TPP-Das schutzigste Hadelsabkommen der Gegenwart

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Als „Jahrhundertvertrag“ wurde das am vergangenen Montag nach fuenfjaehrigen geheimen Verhandlungen von 12 Pazifikanrainerstaaten unterzeichnete sogenannte Transpazifische Freihandelsabkommen (TPP) von einigen vietnamesischen Medien gefeiert. Die vielen Vorteile, die dieser Vertrag angeblich fuer Vietnam bringen soll, wurden in den schillerndsten Farben geschildert. Nun ist auch tatsaechlich nicht zu bestreiten, dass ein Teil der vietnamesischen Wirtschaft sicher davon profitieren wird. Trotzdem kann ich mich der allgemeinen Euphorie nicht anschliessen. Worum es in dem Abkommen eigentlich geht, hat US-Praesident Obama im Mai 2015 in einer Rede bei der Nike Inc. in Beaverton, Oregon eindrucksvoll klargestellt, naemlich um die Offnung der Maerkte fuer die US-Grosskonzerne.

And if Vietnam, or any of the other countries in this trade agreement don’t meet these requirements, they’ll face meaningful consequences. If you’re a country that wants in to this agreement, you have to meet higher standards. If you don’t, you’re out. If you break the rules, there are actual repercussions. And that’s good for American businesses and American workers, because we already meet higher standards than most of the rest of the world, and that helps level the playing field.
And this deal would strengthen our hand overseas by giving us the tools to open other markets to our goods and services and make sure they play by the fair rules we help write. The truth is, we have one of the most open markets in the world. Folks are already selling stuff here. We got to be able to sell there. That requires us to enter into trade agreements to open up their markets.

So kann und wird es ganz sicher bei den kleinen Laendern ein boeses Erwachen geben. Sie werden einen hohen Preis fuer dieses Freihandelsabkommen zu zahlen haben, in das sie doch recht blauaeugig hineinlaufen. VNExpress veroeffentlichte am Dienstag den Wortlaut des Abkommens (in vietnamesisch: http://kinhdoanh.vnexpress.net/tin-tuc/doanh-nghiep/vi-sao-tpp-duoc-coi-la-hiep-dinh-cua-the-ky-21-3291317.html). Und auch wenn ich bisher noch keine Zeit hatte, den Vertrag mit seinen 30 Abschnitten in Ruhe zu lesen, so erkennt man doch auch beim Ueberfliegen des langen Textes eine Menge Punkte, die fuer genau dieses boese Erwachen sorgen werden.

NO TPP

Nach dem Vertrag ist Vietnam verpflichtet, sich auch fuer auslaendische Unternehmen mit grossem Kapital vollstaendig zu oeffnen. Diese Unternehmen koennen ihre eigenen Regeln festlegen und diese unter Umgehung des normalen Rechtsweges bei privaten Schiedsgerichten einklagen, was mit Sicherheit die Interessen einheimischer Unternehmen beeintraechtigt. Auch die Regeln fuer den Schutz der Rechte an geistigem Eigentum und den Schutz der Patente bevorzugen vor allem die Grosskonzerne. So koennen z.B. die Pharmariesen laenger die Preise fuer ihre patentierten Medikamente diktieren, was sicher zu Preiserhoehungen und dadurch zum Ausschluss des aermsten Teiles der Bevoelkerung von der medizinischen Versorgung fuehren wird. [Anm. enname: das muss keineswegs ein Nachteil fuer die Menschen sein..!]

Die groessten Verlierer des Freihandelsabkommens werden aber die einheimischen Bauern sein. Schon heute machen massenhafte Billigimporte von Tiefkuehlgefluegel aus den USA den Markt fuer die einheimischen Zuechter kaputt. Die kleinen Familienbetriebe in der vietnamesischen Landwirtschaft werden dem Preisdruck und der Konkurrenz der grossen internationalen Lebensmittelproduzenten wohl kaum auf Dauer widerstehen koennen. TPP wurde vor allem geschaffen und geformt von Geschaefttsinteressen der USA fuer die Geschaeftsinteressen der USA.

Das Abkommen tritt in Kraft, wenn es die Parlamente der Unterzeichnerlaender ratifiziert haben. Dieser Prozess wird in Vietnam allerdings etwa zwei Jahre dauern. Die Nationalversammlung wird sich erst Mitte naechsten Jahres erstmals damit beschaeftigen. Ich hoffe, die Debatten darueber werden im Radio oder im Fernsehen uebertragen. Denn eine oeffentliche Diskussion zu TPP fand in Vietnam bisher so gut wie gar nicht statt. –


 

Mit freundlicher Genehmigung uebernommen von: http://cathrinka.blog.de/

(Zum Thema Asien und „Frei“-Handelsabkommen siehe auch: https://tabburett.wordpress.com/2015/08/16/die-zwillings-schwester-der-missgeburt-eu-teil-1/

und: https://tabburett.wordpress.com/2015/08/20/asean-zwilling-der-missgeburt-eu-teil-2/)


 

Thailand unter „Thaksin’s“ Einfluss

Oder: Ein weiterer Psychopath als Proxy für externe Interessen !

Als 2001 Thaksin verfassungswidrig das Amt übernahm, da er bei der Vermögensaufstellung einige Milliarden “vergessen” hatte – drückte das Verfassungsgericht alle Augen zu (und hielt wohl die Geldtaschen weit auf, grmpf…) – und liess Thaksin ins Amt.

Die erste Amtshandlung Thaksins war es, die (selbstverständlich eigenst höchst korrupte) „Antikorruptions-Behörde“ (NACC) zu korrumpieren, indem er dort eigene Vertrauensleute installierte.

Nach der „Ausschaltung“ des NACC, griff sich die „Krake“ (Links unterhalb des Artikels beachten!) auch die Medien. Als Erstes wurde der Thaksin-kritische Sender „iTV“ übernommen und die Belegschaft durch gekaufte Lakaien ersetzt. Als auch die Zeitungen „The Nation“ und die „Bangkokpost“ (diese aber mehr proforma) begannen, Amtshandlungen Thaksins zu kritisieren, stornierte er sämtliche staatlichen Werbeaufträge, was die „The Nation“ fast in den Ruin trieb. Das vom US-Geheimdienst gegründete und gesteuerte Blatt „Bangkokpost“ dagegen, konnte sich  schadlos halten…

Als Thaksin dann begann, 2003 die Administrationsbeamten im Südosten auszuwechseln und sie mit seinen Stiefelleckern zu ersetzen, fingen die Probleme auch dort (bewusst gesteuert und so gewollt) an. Die FRIEDLICHE malayisch-muslimische Minderheit im Südosten des Landes beansprucht lediglich das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung im überwiegend (pseudo-) buddhistischen Thailand. – Letztendlich kam es zu einem Massaker, bei dem mehrere 100 Menschen von der Armee unter dem Befehl Thaksins (im Auftrag der Krake. Da bitte den ganzen Beitrag lesen. [Punkt 15 nicht uebersehen]!) ermordert wurden.

In den Medien wurde und wird natürlich ausschliesslich von „muslimischen/islamistischen Extremisten“ in diesem südöstlichen Teil des Landes gesprochen! – Nach dem Massaker lobte Thaksin die Armee für die gute Arbeit! –

Als der Menschenrechtsanwalt Somchai Neelaphaijit Thaksin dazu kritisierte, wurde er von Polizisten entführt und ermordet. Die Beamten wurden wegen Nötigung angeklagt.., aber nie verurteilt. – Hier ein Link, für die nicht-englisch Verstehenden, über die Lage im Südosten, obwohl ich (nicht nur) mit dem Sprachgebrauch im Artikel, z.B. „Seperatisten“, „Rebellen“, keineswegs übereinstimme.) –

Der sogenannte „Drogenkrieg“..!

Thaksin gelobte am 31. Januar 2003, innerhalb dreier Monate illegale Drogen in Thailand auszurotten..! – Ja da sag ich doch: „Heil Dir, der Du am Drogenverschieben gen Westen mit der SI-EI-ÄI beste Geschäftsbeziehungen pflegst..!“
Im Zusammenhang mit seinem „Versprechen“, wurde eine schwarze Liste erstellt, die rund 40.000 Namen enthielt (kommt einem doch irgendwie bekannt vor?!) – Die meisten Personen auf dieser Liste hatten jedoch mit Drogen überhaupt nichts zu tun.
So wie z.B. ein Lotteriegewinner-Pärchen, das ihren Gewinn geheim halten wollte und sich aus dem Erlös u.a. einen kleinen Laden einrichteten. Sie waren wohl neidischen Nachbarn irgendwie verdächtig, diese denunzierten sie als „mögliche Drogenhändler“ bei der Polizei und kamen dadurch auf diese Liste. Als ihre Namen an der Reihe war, stürmte eine Polizeieinheit vor Tagesanbruch ihr Haus und erschoss das Paar..!

Letztendlich starben ca. 3000 Thais in diesem heuchlerischen, aber medial höchst rentablem „Krieg gegen Drogen“, mehrheitlich unschuldig und aus ganz anderen Gründen (entweder politisch unliebsame, aktive Regime-Kritiker, oder Andere, die sonstwie den Unbill des „Thaksin-Clans“ auf sich gezogen hatten!)

Zeitgleich nahm „komischerweise“ die Korruption immer grössere Ausmasse an!
– Die Krake lässt wiederum grüssen…

Die Beliebtheit bei der Landbevölkerung erhielt Thaksin dadurch, dass er populistische Projekte unter das Volk warf, die letztendlich mehr oder weniger wertlos waren, teilweise sogar die ärmeren Thais ins Verderben stürzten, wie z.B der Mikrokredit. Jeder Thai konnte sich damit bis zu 200.000 Baht ausborgen, dies aber nur für ein Jahr – danach musste zurückgezahlt werden. Viele 10’000e konnten das nicht, gingen zur Kreditmafia („Tochtergesellschaft“, lol..!) und verloren daraufhin endgültig ihre Häuser und Grundstücke und nicht Wenige brachten sich danach um…

Thaksin strebte in seiner Amtszeit eine parlamentarische Diktatur an, in der nur „er“ bestimmen wollte. Daher wurden auch alle Kontrollinstanzen von „ihm“ ausgeschaltet, bzw. deren Kontrollpunkte neubesetzt. Nur die Armee hat er letzendlich „nicht geschafft“.., was dann auch sein (von anderen „Kräften“ [siehe Krake] geplantes und mit dem Psychopathen selbst abgesprochenes) politisches Ende bedeutete. –

Am 19.September 2006, als Thaksin in New York an einem UN-Gipfel teilnahm, um bei der „Council on Foreign Relations„(!) eine Rede zu halten, übernahm zu Hause in Thailand die Armee durch einen Putsch die Kontrolle über das Land. – War doch ein gutes „Timing“, oder nicht..?! 😉

Nach der Amtszeit vom Dez. 2008 – 2011 der Interims-Marionutte Abhisit Vejjajiva (geboren in Grossbritannien, besuchte das englische Eton College sowie das St John’s College der Oxford University…), war Thailand dann wieder (offiziell) vom Thaksin-Clan „re-giert“, diesmal über seine Schwester „Yin-Glucke“, aka Yingluck.

Die Krake lässt grüssen..!

Ps: Es ist anzumerken, dass auffälligerweise praktisch jede thailändische „Politik-Ober-Nutte“, also sogenannte „Chefbeamte“, entweder im anglikanischen Ausland geboren, oder da zumindest aus-gebildet (also ver-bildet/indoktriniert) wurden!! Und die „arbeiten“ natürlich nur zum Wohl des „eigenen“ Volkes. – Da muss man sich aber doch schon fragen, welches Volk das denn eigentlich ist/gemeint sein soll..?! – Ich tippe auf das „Volk der Banken“, zum einen in der „City of London“ gelegen, zusammen mit dem angrenzenden Land „Wallstreet„, usw… – LOL!
Das Einzige was diese Mario-Nutten tun können, ist das eigene Volk (vornehmlich die arbeitende Mittelschicht) auszunehmen wie eine Weihnachtsgans, um nur schon alleine die Zinsen der Kredite bei der Weltbank (IWF), irgendwie zurückzahlen zu können… – Und die Spirale dreht sich unaufhörlich!


Alle unterstrichenen roten Wörter sind anklickbare, weiterführende Verlinkungen.
(Auch wenn die Links teilweise nicht direkt mit Thailand zu tun haben, sind sie, in Zeiten des Globalismus, durchaus und ohne Weiteres auch auf dieses Land übertragbar.)

Publiziert am 7. April 2014 von „STIN“ (http://www.schoenes-thailand.at/?p=8091/)
(Überarbeitet und umfänglich ergänzt von „enname“)